ENDE
Dienstag, 12. Dezember 2017
Silvio Dalla Torre
Chamäleon Kontrabass Soloinstrument Kontrabass? Stimmungen Spieltechniken I Spieltechniken II Spieltechniken III

Chamäleon Kontrabass

Das Kontrabass-Chamäleon, ein äußerst seltenes Tier!
Zwar wechselt der Kontrabass nicht die Farbe
wie das Chamäleon, doch hatte er im Verlauf seiner Entwicklungsgeschichte so viele Erschei-
nungsformen wie kein anderes Instrument. Die Variabilität der Stimmungen, der Saitenzahlen und damit auch Tonumfänge, der Größe und
der Konstruktionsweise sowie der Spieltech-
niken und nicht zuletzt die Vielfalt der Namen:
All das weist darauf hin, dass die Bezeichnung
"Kontrabass" wohl eher die Gattung als ein
spezielles Instrument beschreibt.

Begriffe wie Bass Viol de Braccio, Bass-Geig de braccio, Grossbassgeige oder Groß-Quint-Baß, die nach Meinung einiger Experten auf die Zu-
gehörigkeit zur Famile der Violininstrumente hinweisen, und solche, die wohl eher der Gattung der Gamben zuzurechnen sind, wurden für das größte der Streichinstrumente verwendet: Viola grande, Subbass, Violone grosso, Contrabasso di viola, Contraviolon, Basse de viole, Violone grande, um nur einige aus den Vorzeiten des Instruments zu nennen. All dies waren Bezeichnungen für durchaus unterschiedliche, aber wegen ihrer Gemeinsamkeiten dennoch jeweils in die Rubrik "Kontrabass" einzuordnende Instrumente.

Neben den vielfältigen Erscheinungsformen dürfte der Kontrabass auch das am universellsten verwendete Instrument in nahezu allen Musikgattungen und -stilen der europäischen sowie der nord- und südamerikanischen Musikkultur sein.

Er ist im klassischen Sinfonieorchester ebenso zu finden wie in der Rockabilly-
Band, im Salonorchester wie im Ensemble für Neue Musik, in Pop-Gruppen wie im Barock-Orchester, in Kammermusik-Besetzungen wie im Tango-Ensemble, in der "Stubenmusi" wie im Bluegrass oder Folk, in der Klezmer-Musik ebenso wie in der Blues-Band.

Als unverzichtbarer Bestandteil von Jazz-Bands, wo er seit dem Amerika der
1930-iger Jahre liebevoll-spöttisch doghouse genannt wird, hat er mit dem "walking-bass", also laufenden Bassnoten, die fast ausschließlich gezupft bzw. "geschlagen" werden (und die im Grunde nichts anderes sind als der "Basso continuo" des Jazz), Musikgeschichte geschrieben durch den aus dem heutigen Musikleben nicht mehr wegzudenkenden "Swing-Rhythmus".

Der Kontrabass wird also in fast allen Sparten der Musik benötigt - und wird dennoch eher gelitten als geschätzt. Lesen Sie, warum das so ist, in der Rubrik Soloinstrument Kontrabass?