ENDE
Freitag, 15. Dezember 2017
Silvio Dalla Torre
Bassetto historisch Mein Bassetto Bassetto in der Praxis - Verwendung / Literatur - Spieltechnik - Methodik / Schulen - Häufig gestellte Fragen

Methodik / Schulen

Die schlechte Nachricht: Es gibt keine einzige Bassetto-Schule!
Die gute Nachricht: Eine solche ist auch gar nicht notwendig!

Warum? Weil das Bassetto, durch die Quint-Stimmung und die Notation überwie-
gend im Tenorschlüssel praktisch wie ein Violoncello gelesen und gegriffen werden kann. Für Cellisten ist also der Umstieg, was die Griffweise anbelangt, vergleichbar mit dem Umstieg von Geige auf Bratsche. Lesetechnisch aber gibt es für sie über-
haupt keine Probleme: Wenn man beispielsweise im Bass-Schlüssel ein großes C liest, also den Ton der tiefsten Cello-Saite, entspricht dieser dem Kontra-G im Tenorschlüssel, der tiefsten Bassetto-Saite. Das bedeutet, dass als Übungsmaterial Cello-Schulen und -Etüden verwendet werden können. Ich benutze gerne die be-
kannte "Violoncello-Etüden-Schule" von Joseph Sakom, der darin kleine Musi-
zierbeispiele in aufsteigendem Schwierigkeitsgrad von Romberg, Duport, Davidoff, Kummer und anderen bedeutenden Cellisten zusammengestellt hat.

Nichtsdestotrotz beabsichtige ich eine Bassetto-Schule herauszugeben. Darin möchte ich dann vor allem Hilfestellungen für interessierte Kontrabassisten an-
bieten. Für sie ist der Umstieg sehr viel schwerer, weil sich praktisch kein Ton mehr an der gewohnten Stelle befindet. In diesem Sinne ist das Bassetto fast
so schwer zu lernen wie ein neues Instrument. Das sollte aber niemanden abschrecken, denn ich meine: es lohnt sich!