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Samstag, 18. November 2017
Silvio Dalla Torre
Bassetto historisch Mein Bassetto Bassetto in der Praxis - Verwendung / Literatur - Spieltechnik - Methodik / Schulen - Häufig gestellte Fragen

Verwendung / Literatur

Das Repertoire an Originalwerken für Bassetto ist sehr überschaubar: Neben den Kompositionen des italienischen Barock von Mazzaferrata, Chierico, Grossi, Colombi und Filippini, die die Mitwirkung eines Bassettos vorschreiben, gibt es das kammermusikalische Werk "Hymne pour dixtuor à cordes" von Arthur Hon-
egger
sowie einige Kompositionen von Alfred Stelzner für ein auf G-D-A-E gestimmtes Bassinstrument. Das einzige mir bekannte historische Solostück ist das "Prélude pour la Sous-Basse" von Honegger. 2004 hat der Rendsburger Komponist Bodo Reinke diesem das Werk 1"0-10+10=10?" für Bassetto und Klavier hinzuge-
fügt und im Januar 2005 seine ausladende Komposition "Aventures" (Konzert für Bassetto und Orchester) fertiggestellt. Es ist zu hoffen, dass noch viele weitere Werke von verschiedenen Komponisten folgen werden, um dem Instrument
seinen verdienten Platz als Kammermusik- und Soloinstrument zu verschaffen.

Ein sehr umfangreiches Repertoire erschließt sich dem Bassetto allerdings durch Transkriptionen. Ein Teil der Literatur für Violoncello wird auf diese Weise ausführ-
bar (eine Quarte tiefer als im Original) und bekommt durch die größere Klangfülle des Instruments eine besondere Färbung. Auch die Violinliteratur bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Werke großer Meister zu spielen.

In Kammermusik-Kompositionen, die mit zwei Violoncelli besetzt sind (z.B. Schubert-Quintett), lässt sich das zweite Cello durch ein Bassetto ersetzen. Dadurch klingt das Ensemble voller, orchestraler.

Die Barockmusik bietet eine schier unerschöpfliche Fülle an Möglichkeiten, weil der größte Teil der für 8-Fuß-Bassinstrumente geschriebenen Kompositionen auch auf dem Bassetto ausführbar ist.