ENDE
Freitag, 15. Dezember 2017
Silvio Dalla Torre
Bassetto historisch Mein Bassetto Bassetto in der Praxis - Verwendung / Literatur - Spieltechnik - Methodik / Schulen - Häufig gestellte Fragen

Spieltechnik

Da sich mir der Zugang zum Bassetto erst über die erweiterten technischen Möglichkeiten der "Neuen Niederländischen Schule" eröffnet hat,
ist deren Beherrschung eine sinnvolle Grundlage für das Erlernen des Bassetto-Spiels.

Es gibt Alternativen dazu, die mir aber zu um-
ständlich erscheinen. Ich halte die Vier-Finger-
Technik für wesentlich, schließlich werden ja
auch die anderen in Quinten gestimmten Streich-
instrumente auf diese Weise gespielt. Mit der Simandl-Technik wären zu viele Lagenwechsel erforderlich. So würde beispielsweise eine D-Dur Tonleiter über zwei Oktaven (aufwärts und abwärts) mit dem Drei-Finger-System acht Lagenwechsel erfordern, mit dem Vier-Finger-System hingegen sind es nur zwei! Natürlich lassen sich nicht alle Tonarten so komfortabel beherrschen, dennoch ist das Bassetto relativ be-
quem zu spielen, meines Erachtens bequemer als der quartgestimmte Kontrabass. (Dies gilt insbesondere, wenn man ein Instrument mit kleinerer Mensur benutzt.) Vor allem die Ansprache der Saiten ist wesentlich besser, auch ist weniger Druck erforderlich (rechts wie links), weil die Saiten dünner sind. Nicht zu unterschätzen ist das sehr gute Spielgefühl, wegen der ausgezeichneten Resonanz durch die hohe Quint-Stimmung G-D-A-E, bei der noch mehr Klang "zurückkommt" als bei der Stimmung C-G-D-A, die wiederum schon resonanter ist als die Stimmungen E-A-D-G oder Fis-H-E-A.