ENDE
Mittwoch, 28. Juni 2017
Silvio Dalla Torre
Bassetto historisch - Das Bassetto in der Barockmusik - Das Bassett in der Volksmusik - Cellone und Sous-Basse Mein Bassetto Bassetto in der Praxis

Das Bassetto in der Barockmusik

"Sunday Concert" Anonymus
Der Name Bassetto wurde erstmalig von Biagio Marini im Jahre 1626 erwähnt. Von 1674 bis ca. 1700 war das Instrument in Bologna ver-
breitet. Zahlreiche Kompositionen, die dessen Verwendung vorschrieben, schufen Giovanni Battista Mazzaferrata und Sebastiano Chierico, aber auch A. Grossi, G. Colombi,
S. Filippini und andere. Das Bassetto wurde
für konzertante Basspartien in Kirchensonaten, Motetten und Psalmen, gelegentlich auch für Kammersonaten verwendet, der Tonumfang reichte von D bis e’. Obwohl die Bezeichnung "Bassetto" mit dem Aufkommen des neuen Begriffs "Violoncello" verschwand, kann nicht davon ausgegangen werden, dass es sich um ein und dasselbe Instrument gehandelt hat, wie ein Eintrag von 1729 im Florentiner "Vocabulario degli Accademici della Crusca" zeigt: "Bassetto: strumento di quattro corde, che si suona come il contrabbasso" (Bassetto: viersaitiges Instrument, das wie der Kontrabass klingt). Das Bassetto muss immerhin so populär gewesen sein, dass Antonio Stradivari den Bau eines solchen geplant oder vielleicht sogar durchgeführt hat: in der "Della-Valle Sammlung" Stradivaris existieren seine Konstruktionszeichnungen für die F-Löcher eines Bassettos.

Füssener Halbbass, Rückseite
Füssener Halbbass,
Mitte 17. Jahrhundert
"Sunday Concert" Anonymus